FINALE - am Ziel nach einer Berg- und Talfahrt

VSV Unihockey im Finale. Ein Satz, den man im letzten Jahrzehnt wirklich sehr oft, nahezu jedes Jahr, gehört hat. Eigentlich kann man sagen, es war schon eine gehörige Überraschung, wenn ein Finale ohne Beteiligung der Blau-Weißen stattfand.
Heuer war irgendwie alles anders, vor allem die Vorzeichen:

Im Vorjahr scheiterten die Villacher verdient gegen Erzrivalen KAC im Halbfinale.
Wien wurde dann in einer engen Serie österreichischer Meister.
Dass dann heuer 3 Slowenische Topteams am neuen Ligamodus teilnehmen, drängte die Villacher nicht unbedingt in die Favoritenrolle.
Man ging eher davon aus, dass sich die 3 österreichischen Mannschaft Wien, KAC und VSV das vierte von vier Playoff Tickets ausspielen werden.
 

Wie es dann kam ist bereits Geschichte. Es gab einen klaren Saisondominator: Skofja Loka. Nur eine einzige Niederlage gegen Wien nach Hin- und Rückrunde.
Der Rest der Liga schob, salopp ausgedrückt, die Punkte hin und her.
Jeder konnte jeden besiegen.
Niemand aber rechnete damit, dass der VSV das Halbfinale gegen Wien so souverän gewinnt und schon gar keiner rechnete damit, dass das in Slowenien ausgetragene so knapp und so spannend wurde.
Aber alles der Reihe nach…

Mit einem Bus reisten die Blau-Weißen gemeinsam mit 30 Fans nach Slowenien an. Nicht mit von der Partie der Langzeitverletzte Velikogne und der erkrankte Frank.
Die Halle war mit 350 Zusehern gut gefüllt und die Stimmung entsprechend gegen Villach.

Perfekter, disziplinierter Startder Villacher

Besser konnte man in das Spiel nicht starten: VSV Unihockey war von Beginn an wach, spielte clever und konnte körperlich, mit den athletischen, technisch extrem starken Dauerläufern aus Slowenen, gut mithalten.
Zu vielen Chancen wird man gegen Skofja Loka nicht kommen, aber genau diese müsse man nutzen, das wusste man. Und so war es in der 2. Minute Niklas Fechtig der die Villacher in Führung schoss.
Die Slowenen kamen in diesem Drittel noch zu zahlreichen Chancen. Timmo Taurer parierte aber glänzend und pushte sich immer wieder und bejubelte jeden einzelnen seiner großartigen Saves. Die Gegner wirkten am Ende des 1. Drittels ein wenig ratlos und nachdenklich, wie sie denn das Abwehrbollwerk der Villacher durchbrechen könnten.

Tempo wurde kontinuierlich erhöht

Nach der Pause waren die Favoriten kaum mehr zu halten, liefen den Draustädtern mehr oder weniger um die Ohren und erspielten sich Chance um Chance. Die Blau-Weißen konnten einem in dieser Phase regelrecht leidtun und wussten sich kaum zu helfen. Selten fand man den Weg ins Angriffsdrittel und selbst mit Fouls konnte man sich nicht mehr wehren, da die Saisondominatoren zu schnell waren und den Ball und Gegner perfekt laufen ließen. 
Das legt die Schlussfolgerung nahe: Doppelschlag und erstmalige Führung des Heimteams.
Man kam in diesem Drittel wirklich äußerst selten vor das generische Gehäuse und wenn durch Freistöße knapp nach der Mittellinie. Wirklich gefährlich konnte man aber nie werden.
In Minute 30 dann noch ein weitere Stich ins Herz der mitgereisten Villacher Fans: 1:3
Eine Unachtsamkeit bei einem Freistoß von Skofja, zurückzuführen auf einen zu langen Turn, in dem man den Ball kaum aus dem eigenen Drittel befördern konnte. Ein Pass in die Mitte und der Spieler konnte ungestört in die Maschen einschieben.

ALLES oder NICHTS im Schlussdrittel

Coach Fitzko stellte auf 2 Linien um. Man wollte nochmal alles versuchen, um den IFL Titel doch noch nach Hause mitzunehmen.
Die Villacher starteten wirklich sehr spritzig und mit viel Druck auf das gegnerische Tor. Man nahm die Schüsse, versuchte keine komplizierten Pässe, sondern eröffnete das Feuer, ganz einfach ausdrückt.
So war es geplant und so wurde es auch belohnt. In Minute 45 stand es durch Toren von Kanduth und Fechtig plötzlich 3:3. Alles war wieder offen, alles war wieder möglich.
Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass unsere Freunde aus dem angrenzenden Nachbarland, nach wie vor brandgefährlich und vor allem liefen, wie aufgezogen. Spielstark, wendig, trickreich… und vor allem wieselflink.
Alles in allem wurde es zu einem Spiel mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ und „sehenswert“.
Spannung pur und die Fans gaben ihr Bestes ihre Mannschaft nach vorne zu peitschen: Trommelschläge abgerundet mit „LOKA“-Rufen auf der einen Seite und „VSV Ole“-Gesänge auf der anderen Seite.
In Minute 47 musste Goalie Taurer wieder hinter sich greifen, um den Ball wutentbrannt zu zerquetschen und über die Bande zu befördern.
In dieser Phase hatte man eigentlich die besseren Chancen, drängte auf den Führungstreffer, aber durch einen schnellen, eiskalt ausgenützten Konter war die Führung für die Hausherren wieder hergestellt. 

10 Minuten bis zum Ende des Spiels – davon 5 Minuten der VSV in Unterzahl

Eine sehr harte Entscheidung des Schiedsrichterduos leitete die Entscheidung im Finale ein:
Kanduth mit hartem Körpereinsatz und unsanftem Trennen von Gegner und Ball an der Mittellinie und die leider damit verbundenen 5 Minuten in der Strafbox.
Ganze 4 Minuten kämpften die Villacher Unterzahllinien wie die Löwen und befreiten sich immer wieder, bis Blaz Tomc für die vorzeitige Entscheidung sorgte.
Doch 1 Minute später keimte wieder Hoffnung auf als Timo Schmid in einem perfekt gespielten Powerplay eiskalt flach ins lange Eck traf.
Es wurde nochmal alles versucht, ein Timeout, 6 Mann aufs Feld – Torhüter raus, aber richtig gefährlich wurde es leider nicht mehr.
Ganz im Gegenteil: 4 Sekunden vor dem Ende gab es sogar noch einen Penaltyshot in Folge eines Torraubs der von Luka Peklaj in souveräner Manier versenkt wurde.
Der Kuchen war gegessen und der Jubel und die Erleichterung der haushohen Favoriten grenzenlos.

Fazit

Wir gratulieren einem verdienten IFL Meister. Keine Mannschaft hätte es sich in dieser Saison mehr verdient.
Man muss ehrlich zugeben, dass Skofja Loka aktuell eine Klasse über uns steht.
Körperlich, als auch stocktechnisch. Sie sind eine junge Mannschaft und spielen einen modernen, flüssigen Stil. Sehr schön zum Ansehen und in den meisten Fällen sehr effektiv.
Natürlich mit ein wenig Glück hätten wir das Spiel gewinnen können. Aber man kann mit der Leistung unserer Mannschaft zufrieden sein. Wir haben den absoluten Saisondominator ordentlich gefordert und bis zur (quasi) letzten Sekunde zittern lassen.
Hartes Training und diese Finalerfahrung sollen uns im nächsten Jahr zum Titel der IFL führen.

Nun aber heißt es sich perfekt auf das Österreich Playoff vorzubereiten, um am Samstag um 19 Uhr in Villach unserem Erzrivalen KAC zu zeigen, dass man die Nummer 1 in Kärnten und Österreich ist.
Ziel ist es jetzt, ganz klar, die österreichische Meisterschaft zu gewinnen.
Auf geht’s, Blau-Weiß!