Entscheidungsspiel Playoff

Am Samstag stand das alles entscheidende dritte Spiel der Halbfinalserie zwischen dem VSV und KAC am Programm. Siegen oder fliegen hieß die Devise, nachdem beide Teams jeweils in der Fremde einen Sieg einfahren konnten. Der Zuschauerandrang war mit 350 Besuchern enorm, keiner wollte sich das Spektakel entgehen lassen.

Beide Teams starteten verhalten in das Spiel, ein gegenseitiges Abtasten stand am Programm. Man merkte, dass es um viel ging und kein Team den ersten Fehler begehen wollte. Der KAC hatte leichte Vorteile in der Anfangsphase und ging auch verdient in Führung: Martin Krametter wurde auf der linken Seite etwas zu viel Platz gewährt und der KAC-Verteidiger traf mit einem Fernschuss zur Führung (5.Minute). Keine 30 Sekunden später musste Michael Kanduth auf die Strafbank, das Boxplay der Villacher stand aber sicher und man überstand die Strafe problemlos. Der VSV tat sich in der Folge schwer ins Spiel zu finden, war bemüht, jedoch waren große Chancen bis auf einen Konter von Timo Schmid Mangelware. Auch auf Seiten der Gäste konnte man nicht mehr anschreiben und somit ging es mit einem 0:1 in die erste Pause.

Zu Beginn des zweiten Drittels hatten die Gastgeber wieder eine Strafzeit zu überstehen-Helmut Koloini saß draußen. Wie in der ersten Unterzahl ließ man auch hier wieder wenig zu und verteidigte gekonnt. Als in der 25. Minute gleich zwei Klagenfurter eine Strafe aufgebrummt bekamen, dauerte es keine Minute bis der VSV zum Ausgleich kam: Kapitän Daniel Raab fälschte einen Schuss von Niklas Felsberger im Slot zum Ausgleich ab. 2 Minuten später war es dann David Huber, der den KAC-Schlussmann mit einem Schuss aus spitzem Winkel überraschte. Der VSV nun wacher, spritziger, der KAC wirkte geschockt. In weiterer Folge konnten sowohl die Villacher als auch die Klagenfurter ein Powerplay nicht in Zählbares ummünzen, die Unterzahlformationen standen bombensicher. Kurz vor Drittelende legten die Gastgeber noch einmal nach: nachdem Niklas Felsberger in der eigenen Hälfte zwei Klagenfurter mit einer einfachen Körpertäuschung stehen ließ, bediente er seinen Sturmkollegen Niklas Fechtig mit einem langen Pass ideal-dieser schloss in gewohnter Manier eiskalt zum 3:1 ab (39.Minute). Die Villacher Ballspielhalle glich einem Tollhaus und es ging in die letzte Pause.

Wer nun ein richtiges Aufbäumen des KAC erwartet hatte, wurde enttäuscht. Lediglich ein, zwei Cracks stemmten sich gegen das drohende Saisonaus, der Rest schien sich mit der Niederlage bereits abgefunden zu haben. Der VSV spielte abgeklärt und ließ den Ball laufen, man hatte das Gefühl, dass aus den Partien der heurigen Saison, wo man ein paar Mal eine Führung leichtfertig aus der Hand gegeben hatte, gelernt wurde. Als das Spiel mehr oder weniger vor sich hinplätscherte, kam der große Auftritt von Marco Tschemernjak: Zuerst bediente er nach einer tollen Kombination über 4 Stationen Marco Brandstätter perfekt im Slot. Der Center hatte keine Mühe den Ball im leeren Tor unterzubringen (48.Minute). 2 Minuten später zog „Tschempe“ kurz nach der Mittellinie (!) ab und versenkte den Ball im Kreuzeck-ein wahres Traumtor. Es war gleichzeitig der dritte Treffer der dritten Linie an diesem Abend. In weiterer Folge musste der KAC noch zweimal auf die Strafbank und die Draustädter ließen mit einem Mann mehr die Zeit für sich laufen. Sie versuchten erst gar nicht, zwingende Chancen zu kreieren, sondern beschränkten sich darauf den Ball in den eigenen Reihen zu halten. In der 54. Minut keimte noch einmal Hoffnung bei den Klagenfurtern auf: es gab Penalty. Martin Krametter scheiterte jedoch am wieder glänzend aufgelegten VSV-Keeper und spielenden Präsidenten des ÖFBV Timmo Taurer. 4 Minuten vor Schluss nahmen die Gäste ihren Torhüter vom Parkett, ersetzten ihn durch einen 6. Feldspieler und versuchten noch einmal alles. Nach einem abgefangenen Pass jedoch hob Youngster Niklas Felsberger den Ball über alle hinweg ins leere Gehäuse des KAC und machte die allerletzten Hoffnungen der Gäste zunichte (59.Minute). Die Fans feierten und beklatschen ihre Mannschaft lautstark in der verbliebenen Spielzeit, und als die Schlusssirene ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Endstand 6:1-der VSV war nach einem Jahr Abstinenz wieder zurück im Finale der höchsten österreichischen Floorballliga.Im Finale wartet nun der Wiener Floorballverein, welcher zum 4.Mal in Folge ins Finale einziehen konnte. Trainer Martin Fitzko sieht die Chancen bei 50:50, er erwartet sich eine harte und spannende Serie. Nach kurzem Jubel der Spieler über den geschafften Finaleinzug lag der Fokus in der Kabine sofort wieder bei der kommenden Aufgabe. „Natürlich sind wir überglücklich, dass wir den Finaleinzug geschafft haben. Wir wollen jetzt aber mehr, sind noch nicht am Ziel“, gibt sich VSV-Flügel Helmut Koloini gewohnt kämpferisch. Der derzeit verletzte Routinier Nikolas Velikogne ergänzt mit einem Zwinkern: „Man spielt kein Finale, um es zu verlieren.“

Los geht es schon am kommenden Samstag, dem 30.03., um 19 Uhr in Wien.

 

#aufgehtshopp #aufgehtsbuam #blauesbluat